Dr. Claus Pankewitz
Facharzt für Urologie und Andrologie

Hormonstörungen


Testosteron ist das entscheidende Hormon zur Ausbildung und Erhalt des männlichen Erscheinungsbildes. Auch die Sexualfunktion des Mannes wird durch das Testosteron geprägt. Daneben hat das Testosteron Einfluss auf verschiedene Stoffwechselvorgänge und die Psyche.
Einen Überblick über die Testosteronwirkung beim Mann zeigt folgende Aufstellung:

Haut und Haare
Erhalt der männlichen Körperbehaarung (bis auf die Kopfbehaarung), Bartwuchs, Hautfettung

Muskel
Muskelaufbau, Verringerung des Körperfettes zu Gunsten der Muskulatur

Blutbildung
Vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten)

Knochensystem
Stabilisierung und Erhöhung der Knochendichte

Psyche
Steigerung der Libido, Positive Stimmung, vermehrter Antrieb, verbesserte Konzentrationsfähigkeit

Fertilität
Spermienbildung, Erektionsfähigkeit

Immunsystem
Stabilisierung der Abwehrkräfte

Ein Testosteronmangel kann durch Erkrankungen des Hodens oder übergeordnete Organen wie die Hypophyse oder den Hypothalamus eintreten. In der urologischen Praxis sind v.a. Hodentumorpatienten nach Hodenentfernung anfällig für diesen Mangel.

Auch genetischen Erkrankungen wie das Klinefelter-Syndrom führen zu einem Testosteronmangel.

Am häufigsten sind jedoch erniedrigte Testosteronwerte im Rahmen des allgemeinen Alterns. Ursache ist die Abnahme der produzierenden Zellen im Hoden und eine reduzierte Stimulation durch übergeordnete Hormone. Die Testosteronproduktion nimmt somit ab dem 40. Lebensjahr um jährlich 1-2% ab. Dieser Verlauf ist per se jedoch nicht pathologisch sondern eine natürliche Gegebenheit.

Ob ein Testosteronmangel behandlungsbedürftig ist, hängt von dem konkreten Laborwert und den Symptomen ab. Nur wenn beide Faktoren zutreffen, kann eine Therapie zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung eingeleitet werden. Bessern Sie die Beschwerden unter Therapie nicht, so muss die Behandlung kritisch hinterfragt werden.

Ein reiner Testosteronmagel als Ursache von Erektionsstörungen ist selten, wird von den Patienten aber oft vermutet. Ein Therapieversuch kann nur als sog. IGEL (Selbstzahlerleistung) erfolgen und nur wenn Kontraindikationen (Prostatakarzinom, Polyglobulie, COPD) ausgeschlossen sind.

Unter einer Testosterontherapie sind Kontrollen von Blutwerten und der Prostata regelmäßig erforderlich.

In der Praxis können hierfür alle erforderlichen Blutwerte bestimmt werden. Mit dem Patienten werden bei Bedarf die verschiedenen Möglichkeiten einerTestosterongabe (Pflaster, Gel, intramuskuläre Depotspritzen) besprochen und eine individuelle Therapie ausgearbeitet.

Durch regelmäßige Kontrollen wird die Therapie überwacht.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Testosteron
http://www.testovital.de/scripts/pages/de/info/index.php
http://porst-hamburg.de/spezielle-andrologie/hormonstoerungen-des-mannes/testosteron.html?gclid=CISYmbOGtKwCFQINfAodrRj-og
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