Unter Erektionsstörungen oder auch erektiler Dysfunktion versteht man die mangelnde Gliedsteife für einen zufrieden stellenden Geschlechtsverkehr. Diese Fehlfunktion tritt schon bei jungen Männern auf und nimmt mit dem Alter zu. Ursächlich sind psychische und/oder organische Veränderungen in unterschiedlicher Gewichtung. Je jünger der Patient ist, desto wahrscheinlicher ist eine psychische Komponente, je älter er ist, desto mehr treten nachfolgende Veränderungen an die Stelle des Verursachers. Als Risikofaktoren gelten: Übergewicht, mangelnde Bewegung, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Arteriosklerose sowie eine Reihe von Medikamenten u.a. zur Behandlung vorgenannter Erkrankungen.
Der komplexe Vorgang der Erektion benötigt intakte Nervenstrukturen und gesunde Gefäßwände, denn gerade hier laufen die biochemischen Prozesse ab, die letztliche die Erektion auslösen bzw. unterhalten. Jegliche pathologische Veränderung der Gefäßwand führt bei den zarten Gefäßen im Penis bzw. Schwellkörper zu potentiellen Abnahme der Erektionsfähigkeit.
Anders ist die Situation bei Verletzung von den versorgenden Nervenstrukturen nach Prostataentfernung wegen eines Karzinoms. Hier erreichen die initialen Impulse die Gefäßwände erst gar nicht bzw. zu gering, so dass die Erektion trotz vorhandenem Reiz nicht am Endorgan ausgelöst werden kann.
Übrigens ist ein solitärer Hormonmangel (Testosteron) nur in Ausnahmefällen als alleiniger Verursacher der erektilen Dysfunktion zu finden.
In der Praxis steht die Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), Abklärung der Risikofaktoren und Untersuchung im Vordergrund. Weitergehende Untersuchungen wie Doppler-Sonografie der Penisgefäße sind möglich, aufgrund der fehlenden therapeutischen Konsequenz meistens jedoch entbehrlich.
Therapeutisch hat seit über 10 Jahren die Gruppe der PDE 5-Hemmer (Cialis, Levitra und Viagra) die Therapie revolutioniert. Diese Wirkstoffe sind in der Lage, die biochemischen Prozesse, die die Erektion auslösen, zu verstärken und damit die alte Erektionskraft wieder herzustellen. Voraussetzung ist allerdings eine halbwegs intakte Nervenversorgung des Penis, da sonst keine Reizstimulation, die ja verstärkt werden soll, am Zielorgan ankommt.
Die Medikamente dieser Gruppe können nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden, d.h. die Kosten von 7-16 € pro Tbl. sind vom Patienten zu tragen.
Ist die Nervenversorgung des Penis geschädigt, so besteht die Möglichkeit vor dem geplanten Geschlechtsverkehr ein Gefäß erweiterndes Medikament in die Schwellkörper zu spritzen. Alternativ ist die Gabe dieses Wirkstoffs auch über die Harnröhre möglich. Durch beide Verfahren, die für den Patienten natürlich eine gewisse Überwindung kosten, kann eine Erektion ausgelöst werden. Eine Anleitung für das Vorgehen erhält der Patient im Rahmen der Sprechstunde.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.urologenportal.de/erektionsstoerungen.html
www.apotheken-umschau.de/Erektile-Dysfunktion
www.erektionstoerung.de